Mitarbeiter kommen wegen der Marke und gehen wegen der Unternehmenskultur

Von Dr. Katrin Roppel

Jeder zehnte Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen bleibt weniger als ein Jahr im neuen Job. Der Hauptgrund für den schnellen Jobwechsel ist die Unternehmenskultur, so eine Studie 2013 der Personalberatung Robert Half mit 2.100 CFOs in 13 Ländern. Für 57 % der Befragten ist die Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers der wichtigste Grund, um zu bleiben.

Top-Down FührungDoch was für den einen genau die „richtige“ Kultur ist, ist für den anderen das falsche Umfeld. Unter einer „passenden“ Unternehmenskultur versteht jeder etwas anderes, es handelt sich also um individuelle Bewertungen.

Im Manager Magazin wurden kürzlich Deutschlands härteste Arbeitgeber gekürt. Die darin genannten Arbeitgeber aus Mode-, Drogerie-, Internet- und Möbelbranche glänzen nicht gerade mit dem, was man wohl als „gute“ Firmenkultur bezeichnen würde: Kritik ist hier nicht erlaubt, hoher Druck an der Tagesordnung, Führungskräfte werden von einem Tag auf den anderen ausgewechselt, es herrscht ein rauer Umgangston, Überstunden werden am Monatsende ohne Ausgleich gelöscht, lange Arbeitszeiten gelten als selbstverständlich, die Chefs sind fordernd statt fördernd. Man spricht von Autokraten, hartgesottenen IT-Fürsten, knorrigen Patriarchen und gnadenlosem Darwinismus. Wer performt, steigt auf; wer nicht, der fliegt. Weiterlesen

Kekse und andere Faktoren

Dr. Katrin Roppel

© Birgit H / Pixelio.de

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Mögen Sie Kekse? Ich jedenfalls schon. Und die Mitarbeiter eines bekannten Herstellers von Entertainmentprodukten auch. Das Unternehmen hatte einen super „Spirit“, so erzählte mir ein ehemaliger Mitarbeiter. Wenn ein neues Produkt auf den Markt kommen sollte, arbeiteten die Mitarbeiter oft bis in die Nacht freiwillig. Damit es keinen Ärger wegen der vielen Überstunden gab, stempelten sie um 18 Uhr aus und gingen wieder an ihren Arbeitsplatz, um weiterzuarbeiten. Das Team war eingespielt, die Produkte waren gut und das Unternehmen florierte.

Ein neuer Manager wurde eingestellt. Ihm fiel auf, dass die Abteilungen einen sehr hohen Verbrauch von Keksen hatten, die eigentlich für Besuchermeetings vorgesehen waren. Er machte es sich zur Aufgabe, Kosten einzusparen und verordnete eine Reduzierung des Keksvorrats. Diese sollten ab sofort nur noch für Kunden und Besucher in den Konferenzräumen zur Verfügung stehen. Weiterlesen