Neue Arbeitswelt: Entscheidungsfreiheit und Vertrauen statt Kontrolle

von Dr. Katrin Roppel

Es gibt sie – die Unternehmen, die dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter wieder gerne in die Arbeit gehen und mit innovativen Konzepten mehr Freiheit und Kreativität in der Arbeitswelt schaffen.

ARTE.TV strahlte am 24.02.2015 den Dokumentarfilm „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“ aus, der eindrucksvoll zeigt, wie Entscheidungsfreiheit bei der Arbeitsorganisation, die Auflösung von Hierarchien, Gleichbehandlung der Mitarbeiter und die Abschaffung von Kontrolle zu mehr Motivation, einer besseren Arbeitsatmosphäre und Unternehmenskultur führen und dadurch nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber profitieren. Der Schlüssel zu mehr Erfolg, so im Film, ist Selbstbestimmung und Vertrauen sowie ein positives Menschenbild.

Der Film zeigt ermutigende Erfolgsgeschichten von Organisationen u.a. aus Frankreich, Belgien, USA und Japan. Viel Spaß beim Film!

Wiederholung auf arte.tv am Donnerstag, 26.03. um 9:00 Uhr (85 min.)

 

Arbeitsplatz der Zukunft: Büroräume als Spiegel der Unternehmenskultur

Von Dr. Katrin Roppel

Globale Beschäftigung und virtuelle Zusammenarbeit sind Trends, die die Arbeitsplätze der Zukunft verändern werden. Firmen beschäftigen zunehmend externe Arbeitskräfte, Mitarbeiter sind mobil, arbeiten Teilzeit, beim Kunden vor Ort oder vom Home Office. Neue Technologien machen Arbeit an beinahe jedem Ort der Welt möglich. In vielen Unternehmen gibt es deshalb kaum mehr feste Arbeitsplätze, Einzelbüros werden zunehmend in alternative Bürolösungen umgewandelt.

Open Space Office bei Steelcase Werndl in Kolbermoor

© Steelcase Werndl AG, Kolbermoor: Intelligentes Großraumbüro

Von 12 bis 15 Millionen Büroarbeitsplätzen in Deutschland sind nur noch weniger als die Hälfte Einzelbüros. Manche Unternehmen glauben an produktivere und kreativere Arbeitsprozesse durch mehr Interaktion mit Kollegen in offenen Office-Landschaften statt abgetrennten Einzelbüros, andere wiederum wollen Platz und Kosten sparen und Büroflächen effizienter nutzen. Aber wie wirken sich alternative Büroformen tatsächlich auf die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Mitarbeiter aus? Und welche Rückschlüsse auf die bestehende Unternehmenskultur erlaubt die neue Gestaltung der Büroräume? Oder vielmehr: Wie müssen Arbeitsplätze zukünftig gestaltet werden, um zur jeweiligen Unternehmenskultur und der Belegschaft zu passen? Weiterlesen

Wie motiviert man seine Mitarbeiter?

Dr. Katrin Roppel

Die Mitarbeitermotivation ist ein zentrales Thema in Unternehmen. Immer noch wird mit Anreizsystemen gearbeitet, die häufig ihre Wirkung verfehlen.

Es gibt zahlreiche Theorien zu Motivation und Arbeitszufriedenheit. Herzberg beispielsweise unterscheidet in seiner Zwei-Faktoren-Theorie Motivatoren, die die Arbeitszufriedenheit fördern (z.B. Anerkennung, Erfolg, Verantwortung oder Aufstieg) und Hygienefaktoren, die lediglich Arbeitsunzufriedenheit verhindern (z.B. Gehalt, Personalpolitik, Führungsstil und Arbeitsbedingungen). Die Selbstbestimmungstheorie der Motivation von Deci und Ryan postuliert drei psychologische Bedürfnisse, die erfüllt sein müssen, damit eine Person ihre Handlung als selbstbestimmt erlebt und intrinsische Motivation (also Motivation, die aus der Handlung selbst entspringt) zustande kommt: Kompetenz, Autonomie und soziale Zugehörigkeit. Menschen möchten demnach Fähigkeiten erlangen, also Kompetenzen entwickeln und zudem die Autonomie haben, diese Kompetenzen auch einsetzen zu können. Die soziale Zugehörigkeit ist ein weiteres Bedürfnis, dessen Erfüllung zur Motivation beiträgt.

Entscheidend ist auch die Sinnhaftigkeit der Tätigkeit. Wir erleben Arbeitszufriedenheit und Motivation, wenn wir unsere Tätigkeit in einen größeren Sinnzusammenhang einbetten können. Je nach Art der Arbeit und Größe des Unternehmens ist der Sinn mancher Tätigkeiten für die Mitarbeiter nicht mehr unmittelbar erkennbar.

Warum die „Karotte vor der Nase“ als Anreiz für moderne Berufstätige heute ungeeignet ist, zeigt Dan Pink’s Youtube-Video „The Surprising Truth About What Motivates Us“: