Wahrheitsliebe im Bewerbungsverfahren: Wie genau nehmen Sie’s mit der Ehrlichkeit?

Von Dr. Katrin Roppel

neugierig_grün.fwEhrlichkeit. Ein Wert, der vielen Menschen wichtig ist. Die Wertekommission ermittelte im Jahr 2013, dass Glaubwürdigkeit, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit für Führungskräfte unerlässliche Handlungseinstellungen sind, um langfristig erfolgreich zu wirtschaften. Wertebewusstes Handeln wirkt sich positiv auf Mitarbeiterbindung, Unternehmenskultur, Kundenbeziehungen und die Reputation des Unternehmens aus.

Gerade der vieldiskutierten Generation Y, die jungen, gut ausgebildeten Absolventen, die derzeit auf den Arbeitsmarkt drängen, wird nachgesagt, hohe Ansprüche bezüglich Werteorientierung und sinnhafter Tätigkeit an die Unternehmen zu stellen. Für die heutigen Absolventen und Studierenden scheinen offensichtlich ethische und moralische Handlungsweisen eines Unternehmens wichtiger als Geld zu sein.

Bewerbungsunterlagen

Doch eine aktuelle Studie des Jobportals Jobware unter 36.000 Bewerbern und 10.000 Personalern ergab nun, dass sich 43 Prozent der Bewerber in ihren Bewerbungsunterlagen nicht ganz an die Wahrheit halten und 29 Prozent sogar systematisch lügen. Da werden Lebensläufe geschönt, Unebenheiten ausgebügelt und Lücken mit erfundenen Weiterbildungen oder Auslandsaufenthalten kaschiert. Es scheint, als sei es nicht weit her mit der Ehrlichkeit und Werteorientierung. Weiterlesen

Neue Arbeitswelt: Entscheidungsfreiheit und Vertrauen statt Kontrolle

von Dr. Katrin Roppel

Es gibt sie – die Unternehmen, die dafür sorgen, dass ihre Mitarbeiter wieder gerne in die Arbeit gehen und mit innovativen Konzepten mehr Freiheit und Kreativität in der Arbeitswelt schaffen.

ARTE.TV strahlte am 24.02.2015 den Dokumentarfilm „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“ aus, der eindrucksvoll zeigt, wie Entscheidungsfreiheit bei der Arbeitsorganisation, die Auflösung von Hierarchien, Gleichbehandlung der Mitarbeiter und die Abschaffung von Kontrolle zu mehr Motivation, einer besseren Arbeitsatmosphäre und Unternehmenskultur führen und dadurch nicht nur Arbeitnehmer, sondern auch Arbeitgeber profitieren. Der Schlüssel zu mehr Erfolg, so im Film, ist Selbstbestimmung und Vertrauen sowie ein positives Menschenbild.

Der Film zeigt ermutigende Erfolgsgeschichten von Organisationen u.a. aus Frankreich, Belgien, USA und Japan. Viel Spaß beim Film!

Wiederholung auf arte.tv am Donnerstag, 26.03. um 9:00 Uhr (85 min.)

 

Mitarbeiter kommen wegen der Marke und gehen wegen der Unternehmenskultur

Von Dr. Katrin Roppel

Jeder zehnte Mitarbeiter im Finanz- und Rechnungswesen bleibt weniger als ein Jahr im neuen Job. Der Hauptgrund für den schnellen Jobwechsel ist die Unternehmenskultur, so eine Studie 2013 der Personalberatung Robert Half mit 2.100 CFOs in 13 Ländern. Für 57 % der Befragten ist die Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers der wichtigste Grund, um zu bleiben.

Top-Down FührungDoch was für den einen genau die „richtige“ Kultur ist, ist für den anderen das falsche Umfeld. Unter einer „passenden“ Unternehmenskultur versteht jeder etwas anderes, es handelt sich also um individuelle Bewertungen.

Im Manager Magazin wurden kürzlich Deutschlands härteste Arbeitgeber gekürt. Die darin genannten Arbeitgeber aus Mode-, Drogerie-, Internet- und Möbelbranche glänzen nicht gerade mit dem, was man wohl als „gute“ Firmenkultur bezeichnen würde: Kritik ist hier nicht erlaubt, hoher Druck an der Tagesordnung, Führungskräfte werden von einem Tag auf den anderen ausgewechselt, es herrscht ein rauer Umgangston, Überstunden werden am Monatsende ohne Ausgleich gelöscht, lange Arbeitszeiten gelten als selbstverständlich, die Chefs sind fordernd statt fördernd. Man spricht von Autokraten, hartgesottenen IT-Fürsten, knorrigen Patriarchen und gnadenlosem Darwinismus. Wer performt, steigt auf; wer nicht, der fliegt. Weiterlesen

„HR ist ein Schicksalsjob“: Der Personaler als Glücksfee oder Unheilbringer?

Von Dr. Katrin Roppel

Vor kurzem sagte jemand auf einer Veranstaltung für Personaler, HR sei ein Schicksalsjob. Der Personaler als Glücksfee oder Unheilbringer also?

HR ist das Gesicht der Unternehmenskultur

Passt der Kandidat zu unserem Unternehmen? Passt die Unternehmenskultur zu mir als Kandidat?

HR trägt eine große Verantwortung. Immerhin wird über Menschen und ihre berufliche Zukunft entschieden. Aufgabe der Personalabteilung ist passende Kandidaten für das Unternehmen auszuwählen und zu gewinnen. Für den Kandidaten der Wahl könnte sich das als großes Glück herausstellen, nämlich dann, wenn er gut zu der neuen Jobrolle und zum jeweiligen Unternehmen passt. Eine Absage hingegen dient manchmal nicht nur dem Wohle des Unternehmens, sondern auch dem des Bewerbers. Ein abgelehnter Kandidat sieht das natürlich selten so. Doch vermutlich wären gegenseitige Erwartungen nicht erfüllt worden und die berufliche Entwicklung in die falsche Richtung erfolgt.

Hinter jeder Bewerbung steckt ein Mensch, der durch die Entscheidung für oder gegen ihn erheblich beeinflusst wird. Die hundertste Absage nagt am Selbstwertgefühl, stürzt so manchen Bewerber in tiefe Verzweiflung. Jobsuchende berichten immer noch von Personalabteilungen, die keine Empfangsbestätigung schicken, nie zu sprechen sind, auf Anrufe ablehnend reagieren, keine Rückmeldung zum Bewerbungsprozess geben, Bewerber regelrecht im Interview „grillen“. Wird HR seiner Verantwortung also gerecht?

 

HR ist das Gesicht der Unternehmenskultur

Im Umgang mit Bewerbern offenbart sich die Kultur, welche bewusst wahrgenommen und auch von Kandidaten bei ihrer Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen berücksichtigt werden sollte. Jeder Bewerber sollte unbedingt während des Auswahlprozesses genau prüfen, ob die vorherrschende Kultur im Ziel-Unternehmen zu den eigenen Wertvorstellungen passt. Denn HR ist zunächst das Gesicht der Unternehmenskultur nach außen. Weiterlesen

Von Marken zu Führung – Warum Mitarbeiterführung vor Markenführung kommt

Gastbeitrag von Jan Willand

„Hallo Schatz, wie war dein Tag?“

Banal, vereinfacht, aber so in etwa kann man sich hunderttausende Abende in den Wohnhäusern deutscher Arbeitnehmerfamilien vorstellen. Welche Antwort wünschen Sie sich als Arbeitgeber? Als derjenige, für dessen Unternehmen der Befragte gleich eine Beurteilung in Form seiner Antwort abgibt?

glücklicher Mitarbeiter

Mitarbeiter als Botschafter der Arbeitgebermarke © Dr. Katrin Roppel

So etwas nennt man im Marketing Multiplikatoren. Oder Botschafter. Testimonials. Und wenngleich sie nicht werblich inszeniert sind, so geben sie ein authentisches Bild der Marke ab und tragen somit zu deren Imagebildung bei. Ob man möchte oder nicht. Im HR Bereich geschieht das regelmäßig. Weil der Arbeitsplatz ein emotional bewegendes Thema ist. Er ist Existenzgrundlage und Selbstverwirklichung zugleich, im Idealfall. Weiterlesen

Arbeitsplatz der Zukunft: Büroräume als Spiegel der Unternehmenskultur

Von Dr. Katrin Roppel

Globale Beschäftigung und virtuelle Zusammenarbeit sind Trends, die die Arbeitsplätze der Zukunft verändern werden. Firmen beschäftigen zunehmend externe Arbeitskräfte, Mitarbeiter sind mobil, arbeiten Teilzeit, beim Kunden vor Ort oder vom Home Office. Neue Technologien machen Arbeit an beinahe jedem Ort der Welt möglich. In vielen Unternehmen gibt es deshalb kaum mehr feste Arbeitsplätze, Einzelbüros werden zunehmend in alternative Bürolösungen umgewandelt.

Open Space Office bei Steelcase Werndl in Kolbermoor

© Steelcase Werndl AG, Kolbermoor: Intelligentes Großraumbüro

Von 12 bis 15 Millionen Büroarbeitsplätzen in Deutschland sind nur noch weniger als die Hälfte Einzelbüros. Manche Unternehmen glauben an produktivere und kreativere Arbeitsprozesse durch mehr Interaktion mit Kollegen in offenen Office-Landschaften statt abgetrennten Einzelbüros, andere wiederum wollen Platz und Kosten sparen und Büroflächen effizienter nutzen. Aber wie wirken sich alternative Büroformen tatsächlich auf die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Mitarbeiter aus? Und welche Rückschlüsse auf die bestehende Unternehmenskultur erlaubt die neue Gestaltung der Büroräume? Oder vielmehr: Wie müssen Arbeitsplätze zukünftig gestaltet werden, um zur jeweiligen Unternehmenskultur und der Belegschaft zu passen? Weiterlesen

Arbeitgeberattraktivität von kleinen und mittleren Unternehmen: Das Gefühl macht den Unterschied

Von Dr. Katrin Roppel

Fachkräfte erfolgreich gewinnen

Welche Strategien gibt es, um im Wettbewerb um Talente erfolgreich zu sein?

Wie können sich auch kleinere und mittelständische Unternehmen attraktiv für Fachkräfte machen? Wie bestehen sie im „War for talents“ gegenüber Konzernen, die mit groß angelegten Arbeitgeberimage-Kampagnen die Aufmerksamkeit der Bewerber auf sich ziehen? Welche Strategien gibt es, um sich gegen den bevorstehenden Fachkräftemangel zu rüsten? Wie tickt die Generation Y und was müssen Unternehmen bei der Rekrutierung der jungen Absolventen beachten?

Dies sind derzeit Themen, über die Personaler von kleinen und mittleren Unternehmen auf diversen HR Veranstaltungen diskutieren. Aber muss man gleich von Kriegsszenarien sprechen, wenn man Talente angeln will? Und sind die Bedürfnisse der Generation Y, also aller zwischen 1980 und 1995 Geborenen, wirklich so anders als die der vorherigen Generationen?

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„Gesunde Führung statt Burnout – Vom starren Organigramm zum lebendigen Organismus“ – Buchrezension

Von Dr. Katrin Roppel

Gesunde Führung statt Burnout

Dr. Jörg-Peter Schröder
„Gesunde Führung statt Burnout
– Vom starren Organigramm zum lebendigen Organismus“
ISBN 978-3-86974-500-8
Verlag: steinbach medien network
Cover: © steinbach medien network

Ich möchte Ihnen heute ein neues Buch vorstellen, welches mir kürzlich auf den Schreibtisch geflattert ist. Es behandelt Aspekte, die für eine lebendige Unternehmenskultur ausschlaggebend sind und liefert konkrete Handlungsempfehlungen, wie Führungskräfte mit kleinen Schritten zu mehr Gesundheit im Unternehmen beitragen können. „Gesunde Führung statt Burnout“ ist beim Verlag Steinbach Medien Network erschienen.

Wir haben das Ende der „Schneller-Höher-Weiter-Spirale“ fast erreicht, so die Meinung von Dr. Jörg-Peter Schröder, Führungs-Coach und Burnout-Experte. Unternehmen, die sich primär an Effizienz und Wachstum um jeden Preis orientieren, schaden sich langfristig selbst, denn sie entwickeln eine krankende und zu Krankheit der Mitarbeiter führende Unternehmenskultur. Weiterlesen

Cultural Fit im Recruiting: Aktive Kulturgestaltung beginnt bei der Personalauswahl

Von Dr. Katrin Roppel

Was verursacht mitunter die höchsten Kosten im Unternehmen? Die Mitarbeiter? Die falschen Mitarbeiter.

Neben der fachlichen Eignung für eine Stelle ist die Passung eines neuen Mitarbeiters zur Kultur des Unternehmens – der Cultural Fit – mindestens genauso wichtig.

© Willi Heidelbach / Pixelio.de

© Willi Heidelbach / Pixelio.de

Eine Umfrage im Auftrag des Jobportals CareerBuilder 2013 zeigte, dass 58 Prozent der befragten deutschen Arbeitgeber von Personalfehlentscheidungen mit negativen Effekten für das Unternehmen betroffen waren. Summiert man die Ausgaben für entgangene Absatzmöglichkeiten, angespannte Kunden- und Mitarbeiterbeziehungen, mögliche rechtliche Probleme und die Ressourcen für Einstellung und Schulung von Bewerbern, kommt man schon mal auf Kosten in Höhe von 50.000 Euro oder mehr pro Fehlbesetzung.

Um das Risiko von Fehlbesetzungen zu reduzieren, hilft die Berücksichtigung kultureller Kriterien bei der Personalauswahl. Weiterlesen

Warum die Kultur so viele Unternehmen lähmt

Von Dr. Katrin Roppel

Die Unternehmenskultur wird zunehmend als Ursache für Geschäftsprobleme erklärt. Siemens, Deutsche Bank, ThyssenKrupp, Deutsche Bahn, Microsoft, Zurich Insurance – diese Firmen haben aktuell eines gemeinsam: Bestimmte Elemente ihrer Unternehmenskultur scheinen ihrem Erfolg im Weg zu stehen. Berichte über kränkelnde Unternehmenskulturen erstrecken sich über sämtliche Branchen.

© Rainer Sturm / Pixelio.de

© Rainer Sturm / Pixelio.de

Die Umorganisation der Unternehmensbereiche des Technologiekonzerns Siemens habe zu einer „Angstkultur“ im Unternehmen geführt, so sagte der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Lothar Adler der „Süddeutschen Zeitung“. Kaum eine der mittleren Führungskräfte traue sich noch wirklich, ihre Meinung zu sagen. „Wir brauchen eine neue Unternehmenskultur.“ Beim Versicherungskonzern Zurich Insurance hatte der kürzlich durch den Freitod verstorbene Finanzchef Wauthier in seinem Abschiedsbrief die Gesprächskultur im Unternehmen kritisiert, so schrieb das Handelsblatt. Zurich hatte daraufhin erklärt, dass im Nachgang von Wauthiers Tod die Unternehmenskultur überprüft werde.

Das Chaos in Mainz wurde für die Deutsche Bahn zum Imageproblem. Konzernchef Rüdiger Grube sagte der Zeitung „Die Welt“, es gäbe offenbar „eine Kultur des Schweigens“ im Unternehmen. Informationen seien nicht schnell genug beim Vorstand angekommen, so seine Erklärung. Den Mitarbeitern müsse man die Angst nehmen, damit sie sich zu Wort meldeten, wenn etwas schieflaufe. Das Traditionsunternehmen ThyssenKrupp steckt in der tiefsten Krise der Konzerngeschichte. Vorstandschef Heinrich Hiesinger arbeitet an einer neuen Unternehmenskultur. Der „Welt“ sagte er, „Wir brauchen eine ganz neue Geisteshaltung“. Bei Werten wie Offenheit, Ehrlichkeit, Transparenz und gegenseitiger Wertschätzung gebe es erheblichen Handlungsbedarf. Weiterlesen