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Wann wird Unternehmenskultur zum Thema?

Dr. Katrin Roppel

© Rainer Sturm / Pixelio.de

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Solange alles gut läuft, spielt die Kultur für die wenigsten Unternehmen eine Rolle. Praktische Bedeutung bekommt sie, wenn geschäftliche Probleme auftauchen, bei Veränderungen wie Unternehmensnachfolge, Inhaberwechsel, Fusionen, Betriebsübernahmen, Personaleinstellungen oder Personalaustritte. Bei Veränderungen der internen oder externen Faktoren und wenn Theorie und Praxis auseinanderfallen, dann wird Unternehmenskultur zum Thema.

Mit Kultur beschäftigt man sich meistens erst, wenn das Kind sprichwörtlich bereits in den Brunnen gefallen ist. Ein schönes Beispiel hierfür sind die Banken, die derzeit einen „Kulturwandel“ ankündigen. Bei der Deutschen Bank spricht man von einem Kulturwandel, der schmerzhaft, aber nötig sei. Die britische Großbank Barclays streicht im Rahmen ihres „Kulturwandels“ Tausende Stellen und auch beim Energieversorger ENBW soll ein Kulturwandel das Unternehmen in die Nachatom-Ära führen. Aber was ist mit dem Kulturwandel überhaupt gemeint?

Es gibt keine richtige oder falsche Kultur an sich

Krisenexperten raten, dass ein Unternehmen gerade dann, wenn es ihm gut geht, besonders wachsam sein sollte. Unternehmenskultur ist wichtig, weil kulturelle Elemente die Strategien, Ziele und Funktionsweisen der Organisation bestimmen. Laut Ed Schein, dem Mitbegründer der Organisationsentwicklung, gibt es keine richtige, falsche, gute oder schlechte Kultur an sich. Es sein denn im Verhältnis zu den Unternehmenszielen, aus ethischen Gesichtspunkten und den Möglichkeiten und Grenzen seines Umfelds. Die Kultur eines Unternehmens ist richtig, so lange das Unternehmen mit seiner primären Aufgabe Erfolg hat. Wenn es keinen Erfolg mehr hat, wirken bestimmte kulturelle Elemente hemmend für die Entwicklung des Unternehmens und müssen verändert werden. So kann eine bestimmte Kultur beispielsweise durch Veränderung der internen oder externen Bedingungen problematisch für ein Unternehmen werden.

Aber ein Kulturwandel geht nicht von heute auf morgen vonstatten. Die indigenen Völker, die der Anthropologe untersucht, verändern ihre Kultur ja auch nicht einfach, nur weil jemand meint, dass das Volk auf der Nachbarinsel eine neue und bessere Kultur hat. Genauso wenig sinnvoll ist das für eine Organisation. Wichtig ist daher, bereits in guten Zeiten die Kultur und ihre Ausrichtung auf die Strategie und Ziele des Unternehmens im Blick zu behalten.

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